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Eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben – Berufsausbildung für junge Menschen

102 junge Menschen lernen derzeit an der CHAIN-Berufsschule einen Beruf. Für viele von ihnen ist die Ausbildung weit mehr als der Erwerb beruflicher Fähigkeiten: Sie eröffnet die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben und eine Zukunft aus eigener Kraft.

65 Mädchen und junge Frauen sowie 37 Jungen und junge Männer besuchen derzeit die CHAIN-Berufsschule. Sie kommen aus unterschiedlichen Dörfern und bringen ganz verschiedene Lebensgeschichten mit. Was sie verbindet, ist der Wunsch nach einer Perspektive für ihre Zukunft.

Eine Berufsschule, die Chancen eröffnet

Das Besondere an der CHAIN-Berufsschule ist, dass sie auch jungen Menschen eine Ausbildung ermöglicht, die an anderen Schulen kaum eine Chance bekommen würden. Einige Jugendliche haben nur eine geringe oder gar keine schulische Vorbildung. Für sie bietet die Berufsschule besonders praktische Ausbildungsgänge an, bei denen nicht allein theoretisches Wissen im Vordergrund steht. Dazu gehören beispielsweise das Maurerhandwerk oder das Friseurhandwerk. So erhalten junge Menschen die Möglichkeit, ihre praktischen Fähigkeiten zu entwickeln und einen Beruf zu erlernen, mit dem sie später ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können.

Ausbildung und Betreuung für junge Mütter

Zu den Schülerinnen der CHAIN-Berufsschule gehören auch junge Mütter. Neun junge Frauen besuchen derzeit die Schule. Sie sind teilweise sehr früh und ungeplant Mutter geworden und stehen vor der Herausforderung, ihre Ausbildung mit der Betreuung ihres Kindes zu verbinden. Damit sie diese Chance trotzdem nutzen können, gibt es auf dem Gelände der Berufsschule ein Mutter-Kind-Haus. Dort können die jungen Mütter gemeinsam mit ihren Kindern wohnen. Während des Unterrichts werden die Kinder tagsüber betreut, sodass sich ihre Mütter auf ihre Ausbildung konzentrieren können. Gleichzeitig werden die jungen Frauen sozialarbeiterisch begleitet. Sie erhalten Unterstützung dabei, Verantwortung für ihr Kind zu übernehmen und zu lernen, wie sie ihr Kind gut versorgen und gleichzeitig ihre eigene Zukunft gestalten können.

Auch Jugendliche mit Behinderungen gehören dazu

18 Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen lernen derzeit an der CHAIN-Berufsschule. Auch ihnen soll eine berufliche Perspektive eröffnet werden. Je nach ihren Fähigkeiten erlernen sie unter anderem das Häkeln, die Perlenstickerei, den handwerklichen Schuhbau oder die Herstellung von Fußmatten. Die dabei entstehenden Produkte können später verkauft werden und den jungen Menschen damit eine Möglichkeit bieten, ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Für Schülerinnen und Schüler mit Hörbehinderungen gehört außerdem das Erlernen der Gebärdensprache zum Angebot. Sie hilft ihnen, sich besser mit anderen zu verständigen und am Schul- und Gemeinschaftsleben teilzunehmen.

Mehr als nur eine Berufsausbildung

Eine gute Ausbildung bedeutet an der CHAIN-Berufsschule nicht nur, einen Beruf zu erlernen. Die Jugendlichen sollen möglichst umfassend auf ihr späteres Leben vorbereitet werden. Deshalb stehen neben der jeweiligen Berufsausbildung auch Computerunterricht und Landwirtschaft auf dem Lehrplan. Gerade für junge Menschen, die später wieder in einem ländlichen Umfeld leben werden, sind Kenntnisse in der Landwirtschaft besonders wichtig. Sie lernen, wie sie durch den Anbau eigener Lebensmittel zur Versorgung ihrer Familien beitragen können. Damit verbindet die Ausbildung berufliche Fähigkeiten mit praktischem Wissen für den Alltag – und schafft damit Grundlagen für mehr Eigenständigkeit.

Unterstützung, wenn das Leben schwierig wird

Die Schülerinnen und Schüler kommen aus unterschiedlichen Dörfern und bringen ihre eigenen Erfahrungen und Herausforderungen mit. Nicht jedes Problem lässt sich allein bewältigen. Deshalb gibt es an der CHAIN-Berufsschule auch Beratungsangebote. Einmal pro Woche findet eine Gruppenberatung statt. Zusätzlich können die Jugendlichen bei Bedarf Einzelgespräche in Anspruch nehmen. So erhalten sie nicht nur Unterstützung bei ihrer Ausbildung, sondern auch bei persönlichen Problemen und Fragen, die sie beschäftigen.

Talente entdecken und Gemeinschaft erleben

Doch zum Leben an der Berufsschule gehört noch mehr als Lernen und Arbeiten. Um die Talente der Jugendlichen zu fördern und ihre Gemeinschaft zu stärken, wurden in diesem Schulhalbjahr Musik-, Tanz- und Theaterwettbewerbe veranstaltet. Die Schülerinnen und Schüler traten dabei in verschiedenen Disziplinen für ihre jeweiligen Häuser beziehungsweise Farben an: Grau, Zitronengrün und Lila. Auf dem Programm standen unter anderem traditioneller Tanz, Poesie, kreativer Tanz und die Zubereitung lokaler und traditioneller Gerichte. Mit viel Engagement stellten die Jugendlichen ihre unterschiedlichen Talente unter Beweis. Am Ende konnte die Gruppe Lila den Wettbewerb für sich entscheiden, gefolgt von Zitronengrün und Grau. Jede Gruppe erhielt einen Pokal – für die Siegerinnen und Sieger in Lila gab es den größten Pokal. Solche Aktivitäten bringen Abwechslung in den Schulalltag und geben den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu zeigen, gemeinsam etwas zu erreichen und stolz auf ihre Leistungen zu sein.

Gemeinsam aktiv sein

Auch Sport gehört zum Schulalltag. Nach dem Unterricht können sich die Schülerinnen und Schüler täglich sportlich betätigen. Fußball, Volleyball und Netball gehören beispielsweise zu den angebotenen Aktivitäten. Dabei geht es nicht nur um Bewegung und körperliche Gesundheit. Beim gemeinsamen Sport lernen die Jugendlichen auch, als Team zusammenzuarbeiten, Verantwortung füreinander zu übernehmen und mit Erfolg ebenso wie mit Niederlagen umzugehen. Sport kann außerdem dabei helfen, Stress abzubauen und das eigene Wohlbefinden zu stärken.

Gemeinsam leben und Glauben erfahren

Neben der beruflichen und persönlichen Entwicklung spielt auch die Vermittlung christlicher Werte eine wichtige Rolle im Schulalltag. Den Schülerinnen und Schülern wird vermittelt, füreinander da zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen und Menschen zu helfen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Einmal in der Woche findet eine gemeinsame Andacht für alle Schülerinnen und Schüler statt. Alle vier Wochen übernehmen die Jugendlichen selbst die Gestaltung und Leitung der Andacht. So können sie ihren Glauben aktiv leben und gleichzeitig Verantwortung innerhalb der Schulgemeinschaft übernehmen.

Eine Ausbildung, die Türen öffnen kann

Die CHAIN-Berufsschule ist damit weit mehr als ein Ort, an dem junge Menschen einen Beruf erlernen. Sie ist ein Ort, an dem Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen Unterstützung, Gemeinschaft und eine Perspektive für ihr weiteres Leben finden. Ob mit wenig schulischer Vorbildung, als junge Mutter oder mit einer Behinderung – die Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln.

102 junge Menschen lernen derzeit an der CHAIN-Berufsschule. Hinter dieser Zahl stehen 102 individuelle Geschichten, Hoffnungen und Zukunftspläne. Jede Ausbildung, jede neu erlernte Fähigkeit und jeder kleine Erfolg kann dabei ein weiterer Schritt auf dem Weg in ein selbstbestimmteres Leben sein.

Ermöglicht wird die Arbeit der CHAIN-Berufsschule durch die „Intermission Deutschland“. Wir als KiA sind sehr dankbar für diesen Partner, der diesen besonderen Schulbetrieb möglich macht.