640 wiederverwendbare Binden sind in Uganda inzwischen entstanden – und damit eine Idee, die mit einer kleinen Spendenaktion in Deutschland begann.
Stell dir vor, du bekommst deine Periode – und weißt nicht, was du verwenden sollst.
Für viele Mädchen und junge Frauen in den Dörfern rund um die CHAIN Foundation in Uganda ist das keine theoretische Frage. Menstruationsprodukte sind für viele Familien zu teuer. Stattdessen werden alte Kleidungsstücke, Toilettenpapier oder andere Materialien verwendet. Manche Mädchen bleiben während ihrer Periode zu Hause, weil sie Angst haben, dass etwas sichtbar wird. Dabei sollte eine Periode niemals darüber entscheiden, ob ein Mädchen zur Schule gehen oder am Leben in der Gemeinschaft teilnehmen kann.
Eine Idee nimmt ihren Anfang
Bei unserem Besuch in Uganda vor drei Jahren erzählten uns die Sozialarbeiterinnen der CHAIN Foundation von dieser Situation. Die Berichte haben uns beschäftigt – und wir wollten gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort nach einer nachhaltigen Lösung suchen. Vor unserer Reise im März 2026 haben wir deshalb in Deutschland eine Fundraising-Aktion gestartet: Wir wollten wiederverwendbare Stoffbinden kaufen und sie bei unserem Besuch an Mädchen und junge Frauen in den umliegenden Dörfern verteilen. Die Resonanz hat uns überwältigt. Innerhalb weniger Wochen kamen mehr als 1.300 Euro zusammen. Damit konnten wir mehr als 130 Stoffbinden mit nach Uganda nehmen.
130 Binden im Gepäck
Bei unseren Besuchen in den Dörfern rund um das Gelände der CHAIN Foundation sind wir meist einen ganzen Tag unterwegs. Die Familien erhalten Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs – Reis, Bohnen, Öl, Brot und Seife. Im März gehörten auch die Stoffbinden zu unserem Gepäck. Wir gaben sie an junge Frauen aus den umliegenden Gemeinden weiter. Doch schon bald entwickelte sich aus unserer ersten Lieferung etwas, das weit über die 130 mitgebrachten Binden hinausgeht.
640 Binden – und es geht weiter
Die CHAIN Foundation begann nach unserem Besuch damit, wiederverwendbare Binden in der eigenen Schneiderei selbst herzustellen. Die dafür notwendigen Materialien werden durch Spenden aus Deutschland finanziert.
Das Ergebnis ist beeindruckend: Inzwischen wurden bereits 640 Binden produziert. Mehr als 50 Mädchen aus den umliegenden Gemeinden haben bereits Binden erhalten. Eine größere Verteilung ist für den Beginn des dritten Schulterms vorgesehen. Dadurch können die Mädchen anschließend besser begleitet und die Verwendung der Binden durch das Team vor Ort weiter verfolgt werden. Auch die Mädchen aus dem Kinderheim nutzen die Binden.
„Sie waren glücklich und dankbar“
Vielleicht ist eine wiederverwendbare Stoffbinde für uns kein außergewöhnliches Geschenk. Für die Mädchen vor Ort kann sie sehr viel bedeuten. Das Team der CHAIN Foundation berichtet, dass die Mädchen bei der Übergabe glücklich und dankbar waren. Denn wenn ihre nächste Periode kommt, müssen sie sich weniger Gedanken darüber machen, was sie verwenden können. Sie können sich freier bewegen und an Aktivitäten teilnehmen, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass etwas sichtbar wird. Die Mitarbeiterinnen vor Ort beschreiben deshalb nicht nur eine Verbesserung der Hygiene. Sie sprechen auch von mehr Selbstvertrauen und der Wiederherstellung von Würde. Das ist es, was hinter den 640 Binden steckt.
Hilfe, die vor Ort weiterwächst
Besonders schön finden wir, dass die Binden inzwischen direkt vor Ort hergestellt werden. Die Schneiderei der CHAIN Foundation kann die Produktion selbst übernehmen. Dadurch wird aus einer einmaligen Lieferung ein Projekt, das weiterwachsen kann.
Gleichzeitig wissen die Menschen vor Ort am besten, was gebraucht wird. So soll künftig beispielsweise die Anzahl der Binden pro Mädchen erhöht werden, da die Stärke und Dauer der Menstruation unterschiedlich ist. Auch eine erneute Ausstattung nach einigen Monaten wäre sinnvoll, um eine gute Hygiene langfristig zu ermöglichen.
Gemeinsam geht es weiter
Was im Frühjahr mit 130 Binden in unseren Koffern begann, ist heute ein Projekt mit 640 produzierten Binden und mehr als 50 Mädchen, die bereits versorgt wurden.
Für uns ist das ein wunderbares Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Menschen in Deutschland und Uganda gemeinsam an einer Idee arbeiten. Und wir möchten, dass diese Idee weiterwächst.
Mit deiner Spende kannst du dazu beitragen, dass weitere Binden in Uganda hergestellt und an Mädchen und junge Frauen in den umliegenden Dörfern ausgegeben werden können.
Denn manchmal beginnt Veränderung mit etwas ganz Kleinem.
Mit einem Stück Stoff.
Mit einer Nähmaschine.
Mit einer Spende.
Und mit dem Gefühl eines Mädchens, sich während ihrer Periode nicht mehr verstecken zu müssen.