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Drei Wochen Uganda – Begegnungen, die bleiben

Im März haben Liese und ich, Frederik, gemeinsam mit sechs Freunden die CHAIN Foundation in Uganda besucht. Unser letzter Besuch lag bereits drei Jahre zurück. Umso gespannter waren wir darauf zu sehen, was sich in dieser Zeit verändert und entwickelt hatte. Alle, die beim letzten Mal dabei gewesen waren, sind wieder mitgekommen. Das erleben wir immer wieder: Wer das Projekt einmal selbst vor Ort erlebt hat, möchte meistens wiederkommen. Dieses Mal waren außerdem zwei Freunde dabei, die die CHAIN Foundation bisher nur aus Erzählungen kannten und das Projekt nun selbst kennenlernen wollten.

Ankommen in Uganda

Spät am Abend landeten wir am Flughafen in Entebbe. Dort wurden wir herzlich von einem kleinen Empfangskomitee begrüßt: dem Leiter der CHAIN Foundation, Uncle Stone, den Sozialarbeiterinnen Bridget und Cissy sowie den beiden Fahrern Uncle John und Fred. Schon auf der Fahrt durch das nächtliche Uganda konnten wir sehen, dass sich in den vergangenen Jahren einiges verändert hatte. Ein Teil der Straße war inzwischen zu einer asphaltierten Schnellstraße ausgebaut worden. Auch in Kampala sahen wir viele neue Häuser und Ampeln. Dabei mussten wir schmunzeln: Bei einem früheren Besuch hatten wir noch die erste Ampel Ugandas bestaunt. Nun waren es schon deutlich mehr. Ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie sehr sich das Land und auch die CHAIN Foundation in den vergangenen Jahren entwickelt haben.

Neun Koffer voller Spenden

In den ersten Tagen trafen wir viele bekannte Gesichter wieder, lernten aber auch zahlreiche neue Menschen kennen. Bei einem Treffen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnten wir die Spenden aus Deutschland übergeben. Insgesamt hatten wir neun Koffer dabei – gefüllt mit Kinderkleidung, Schuhen, Spielzeug, Braille-Maschinen für blinde Menschen, Brillen, Smartphones, Taschenlampen und vielen weiteren Dingen. Die Kinder freuten sich sehr über unseren Besuch. Manche beobachteten uns zunächst vorsichtig aus einiger Entfernung, andere nahmen schnell Kontakt zu uns auf. – Für uns war es schön, wieder mitten im Projekt zu sein.

Ein Projekt, das gewachsen ist

Das Team der CHAIN Foundation hatte gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen ein umfangreiches Programm für uns vorbereitet. Da das Projekt in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist, gab es einiges zu entdecken. Wir besuchten das Kinderheim, das Mutter-Kind-Haus und den Kindergarten, durften beim Verteilen des Frühstücks helfen und bekamen Einblicke in die verschiedenen Bereiche der Berufsschule. In der inklusiven Grundschule durften wir hospitieren, in der Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam unterrichtet werden. Auch die landwirtschaftlichen Flächen der CHAIN Foundation besichtigten wir. Dort werden Lebensmittel angebaut, um einen Teil der eigenen Versorgung sicherzustellen und die Kinder und Jugendlichen in Landwirtschaft zu unterrichten. Natürlich durfte auch ein kulturelles Programm nicht fehlen: Die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule hatten Lieder und Tänze für uns vorbereitet. Auch die Kinder des Kinderheims präsentierten stolz ihr musikalisches und tänzerisches Können. Es war beeindruckend zu sehen, wie vielfältig die Arbeit der CHAIN Foundation inzwischen geworden ist.

Wenn Hilfe ganz konkret wird

Besonders bewegt hat uns der Besuch bei mehreren Familien in den umliegenden Dörfern, die von der CHAIN Foundation unterstützt werden. Für deren Kinder übernehmen Paten in Deutschland die Schulgebühren und ermöglichen ihnen damit den Zugang zu Bildung und eine bessere Perspektive für ihre Zukunft. Die Lebensbedingungen vieler Familien sind schwierig. In zahlreichen Familien leben alleinerziehende Großmütter mit zehn oder noch mehr Enkelkindern zusammen. Die Elterngeneration ist teilweise verstorben oder hat das Dorf verlassen, um in der Stadt Arbeit zu finden. Viele Erwachsene leben von der Landwirtschaft und verdienen damit teilweise nur etwa einen Euro am Tag – und müssen davon ihre Kinder oder Enkel mitversorgen. Wie wichtig die Arbeit der Sozialarbeiterinnen der CHAIN Foundation ist, wurde uns bei einem dieser Besuche besonders deutlich.

Ein Kind, das dringend Hilfe brauchte

Bei einer Familie entdeckten wir ein Kleinkind, das auf uns einen sehr kranken Eindruck machte. Auch Aisha, eine der Sozialarbeiterinnen, kannte das Kind bis dahin noch nicht. Es stellte sich heraus, dass das Kind aufgrund einer zurückliegenden schweren und unbehandelten Entzündung am Arm eine schlecht und falsch verheilte Narbe hatte. Der Arm war seitdem so entstellt, dass das Kind den Arm nicht strecken oder bewegen konnte. Es versteckte den Arm unter seinem T-Shirt. Für uns war dieser Moment sehr bewegend. Die Sozialarbeiterinnen der CHAIN Foundation besuchen regelmäßig die umliegenden Dörfer, um bedürftige Kinder und Familien zu identifizieren und Unterstützung zu organisieren. Nach unserem Besuch kümmerte sich Aisha darum, dass das Kind medizinisch versorgt wird. Wir konnten vor Ort zusichern, die Kosten für die notwendige Behandlung zu übernehmen. Es war ein eindrückliches Beispiel dafür, wie aus einem Besuch konkrete Hilfe entstehen kann.

Ein Wiedersehen nach vielen Jahren

Für mich, Frederik, gab es während der Reise noch eine ganz besondere Begegnung: Ich durfte Abraham wiedersehen – ein ehemaliges Patenkind meiner Eltern. Abraham lebte als Kind mehrere Jahre auf der Straße, bevor er in das Kinderheim der CHAIN Foundation aufgenommen wurde. Durch die Unterstützung der CHAIN Foundation und seiner Paten in Deutschland bekam er die Möglichkeit, eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker zu machen. Heute ist Abraham erwachsen, hat selbst zwei Kinder und kann seinen Lebensunterhalt eigenständig bestreiten. Er arbeitet inzwischen als Auto-Lackierer. Ihn nach so vielen Jahren wiederzusehen, war für mich ein ganz besonderer Moment. Denn plötzlich wurde aus dem abstrakten Gedanken „wir unterstützen ein Kinderheim in Uganda“ ein Mensch mit einer ganz persönlichen Geschichte, den ich nun als Erwachsenen vor mir stehen sah. Abrahams Geschichte hat uns gezeigt, was langfristige Unterstützung bewirken kann: Eine Chance kann einen Unterschied machen – und irgendwann gehen die Menschen ihren Weg selbst.

Begegnungen, die bleiben

Natürlich haben wir während unserer drei Wochen in Uganda auch die Gelegenheit genutzt, etwas vom Land kennenzulernen und einen Nationalpark zu besuchen. Uganda ist ein beeindruckendes und wunderschönes Land. Wenn wir heute an die Reise zurückdenken, sind es aber vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die bleiben. Die Kinder, die uns zunächst vorsichtig beobachteten und dann mit uns spielten. Die Jugendlichen der Berufsschule, die uns ihre Lieder und Tänze präsentierten. Die Familien in den Dörfern, deren Lebenssituation uns bewegt hat. Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der CHAIN Foundation, die sich mit großem Engagement für die Kinder und Jugendlichen einsetzen.

Drei Wochen sind schwer in Worte zu fassen. Wir sind dankbar für die vielen Begegnungen, die Gastfreundschaft und die Möglichkeit, die Arbeit der CHAIN Foundation wieder ganz unmittelbar zu erleben. Und wir nehmen vor allem eines mit:

Es macht einen Unterschied, wenn Menschen hinschauen, unterstützen und jungen Menschen Chancen eröffnen.

Genau das durften wir in Uganda erleben.