Eintauchen in eine andere Welt & die Einweihung des Hostels – mein Besuch bei der Chain Foundation Uganda

Eigentlich doch gar nicht so lange her, aber Corona hat uns alle und auch Uganda fest im Griff und so erscheint mir dieser Besuch jetzt, wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit. Es war schön wie immer, aber jetzt, da ich gerade keinen Plan habe, wann man wieder dort hinreisen kann, wird es fast zu einem Sehnsuchtsort. 

Nach dem Bau und dem Start der Berufsschule stellten wir schnell fest, dass die Schüler und Studenten für die angebotenen Berufsfelder ja nur aus der direkten Umgebung kommen können, wenn wir Ihnen keine Möglichkeit anbieten können, auf dem Campus zu wohnen.  Schnell war die Idee geboren, dass wir ähnlich wie die Boardingschools oder Universitäten eine Unterkunft für die Studenten bauen müssen. Ein Hostel für männliche und weibliche Studenten sollte her. Da die Finanzen keinesfalls für zwei getrennte Gebäude reichen würden, eigentlich noch nicht mal für eins, hatte Stone die Idee, ein Gebäude, natürlich sehr strikt getrennt, mit nahezu „unüberwindlichen“ Mauern und getrennten Eingängen, für junge Männer und für junge Frauen zu bauen. 

Wie schon beim Bau des Kindergartens, der Berufsschule und einigen anderen Projekten hatte die Dr. Hella und Dieter Siekermann Stiftung uns schon vorher signalisiert, uns auch beim Bau des Hostels großzügig unterstützen zu wollen. Ihre Stiftung hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, jungen Menschen in Entwicklungsländern nach ihrer Schulausbildung durch eine qualifizierte berufliche Ausbildung sichere und bessere Lebensperspektiven zu ermöglichen.

Auf Stones Deutschlandbesuch im letzten Mai hatten wir dann schon vereinbart, dass Hella und Dieter Siekermann unsere Einladung annehmen würden und im Februar eine Woche in Chain verbringen würden, um sich alles anzusehen. Eigentlich hatte ich für Februar schon andere Pläne gemacht und wollte erst im Herbst fahren. Aber wenigstens die eine Woche wollte ich natürlich unbedingt dabei sein, welch ein Glück, denn ob man im Herbst wieder reisen darf, steht noch in den Sternen! 

Am Montag den 3.2. ging es los Meine Maschine landete um 3:00 Uhr nachts in Entebbe, leider, wie sich dann nach ewigem Warten herausstellte, nur mit einem meiner zwei Koffer …. Schuhe und Spielsachen waren da, aber leider kein Teil für die Braillemaschine und nichts von meiner Kleidung … Dieter und Hella Siekermann hatten vor den Aufenthalt in Chain noch eine Rundreise mit Safari gelegt, um Uganda auch von dieser Seite kennen zu lernen. Sie kamen mit mir gleichzeitig Montagnachmittag in Chain an. Ein Empfang, wie es ihn nur in Chain gibt, mit Musik und Tanz, allen Kindern und Mitarbeitern sorgte sofort für viel Freude.

Stone und sein Team hatten wie immer ein sehr gutes und schönes Programm ausgearbeitet und so blieben keine Wünsche unerfüllt, was in fünf Tagen schon eine echte Herausforderung war. Katogoo und Jinja standen genauso auf dem Programm wie die Berufsschule mit allen Departments, die Primary School, die Töpferei, der Kindergarten und die Landwirtschaft. Dazu wurden wir jeden Tag auf der neuen Terrasse mit leckerem Essen verwöhnt.

Die feierliche Einweihung des neuen Hostels und des neuen Brunnens hatte Stone extra in diese Woche gelegt. Es war ein sehr schöner afrikanischer Festakt mit der feierlichen Namensenthüllung des Hostels, Besichtigung der Räume und der Inbetriebnahme des neuen Brunnens, aus dem das Wasser für das Hostel gewonnen wird. Der Brunnen ist besonders tief angelegt, da man auch in Uganda mit sinkendem Grundwasserspiegel rechnet.  So war es ein wirklich ganz besonderer und schöner Tag.

Ich war sehr froh zu sehen, dass unsere Besucher von Tag zu Tag begeisterter von der Arbeit in Chain waren. Die wunderbare Atmosphäre die in Chain herrscht, dieses liebevolle Miteinander von blinden und sehenden Kindern, der tolle Teamgeist und dabei wirklich professionelles Arbeiten. Der ganz besondere Spirit, der auch die Besucher stark beeindruckte, zeigte seine Wirkung.  Wer kann sich dem schon entziehen? Jeder, der schon da war, weiß was ich meine. Nach dieser wirklich mehr als gut gefüllten Woche verabschiedeten sich unsere Gäste mit einer tollen Party für Kinder und alle Mitarbeiter und versprachen auf jeden Fall noch mal wiederzukommen, denn sie hatten Kinder, Mitarbeiter und die Chain Foundation in ihr Herz geschlossen. Auch ein neues Projekt wurde in dieser Zeit geboren und da auch hier eine Unterstützung zugesagt wurde, läuft die Planung schon auf Hochtouren. Dringend benötigte Theorieräume für die Berufsschule sollen in diesem Jahr noch entstehen, so Corona will ….  

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